Bierpause vorbei – Hydrair geht immer noch nicht

Nach der Bierbraupause sind die Bunker erstmal für die nächsten Monate mit Bier gefüllt und es kann wieder ans Schrauben gehen. Voller Erwartung wird der Hydrair nach der zweiten Zerlegungs- und Wiederbelebungs- Arie zum zweiten Mal eingebaut und endlich ist die Bremsanlage wieder vollständig. Doch auch dieses Mal kommt die Enttäuschung in Sekundenschnelle: Kaum hat sich mit laufendem Motor das erste Bar Druck aufgebaut, sind die Bremsen wieder fest und das Fahrzeug bewegt sich nicht von der Stelle. Der Schock muss erstmal wirken, aber es nützt nichts, ich muss mir eingestehen: Alleine mit Zerlegen, Reinigen und gängig machen ist es nicht getan. Die beweglichen Teile lassen sich von Hand bewegen, die Oberflächen der beweglichen Zylinder und Kolben sehen eigentlich gut aus, aber das alleine reicht nicht aus.

Und so entschließe ich mich, das Teil zur Generalüberholung zu JfW einzuschicken, um endlich einmal voranzukommen und irgendwann (möglichst vor Antritt der Reise) wieder einen fahrbereiten Gran Hermano zu bekommen. Das ganze kostet mich über 1.000 Euro, aber dafür ist der Hydrair jetzt wie neu und macht unterwegs erstmal keinen Ärger mehr.

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Rückblick 2011 die erste – Hydrair

Nach dem Verschränkungstest wäre es eigentlich Zeit gewesen für die erste Probefahrt mit dieser Konstruktion, eine Gelegenheit auch die Tanks anzubauen und vollzutanken. Doch bei dem Versuch, noch 2010,  tut sich ein neues Problem auf, und es hat einen Namen, der mich noch etwas länger beschäftigen soll: Hydrair! So heißt der Bremskraftverstärker in unserem Gran Hermano. Er hat hydraulische Bremsen wie ein PKW. Da die Fußkraft beim Bremsen für so ein schweres Fahrzeug nicht ausreicht, wird sie durch diesen Bremskraftverstärker mittels Druckluft verstärkt. Für die damalige Zeit war das High- Tech, und so empfindlich ist das Teil auch. Als ich die Probefahrt antreten möchte, merke ich, dass die Bremsen fest sind, sobald der Bordkompressor Luftdruck aufgebaut hat. Wenn man die Luft ablässt, kann man die Bremse wieder durchtreten. Das Symptom deutet darauf hin, dass die beweglichen Teile im Hydrair durch die Standzeit schwergängig geworden sind.

So baue ich das Teil zweimal aus, zerlege es, reinige alle Teile gründlich und mache sie wieder gängig. Es ist Winterzeit, also eigentlich die ideale Zeit, um so ein Teil mit nach drinnen in die Werkstatt zu nehmen (wo der Gran Hermano leider wegen seiner Höhe nicht hineinpasst) und bei tropischer Musik aus Kolumbien gegen die Kälte und einem Werkstatt- Bier zu studieren und zu reparieren. Der erste Versuch 2010, noch vor dem Winter, war nicht gründlich genug, denn nach dem Wiedereinbau war das Verhalten genau wie vorher. So kommt das Teil im März 2011 erneut auf die Werkbank, um es noch weiter zu zerlegen und den Fehler zu beseitigen. Diesmal bin ich mir ziemlich sicher, dass es klappt, denn alle beweglichen Teile scheinen noch intakt zu sein. Es muss hier und da etwas Rost und Korrosion abgeschmirgelt werden, danach lassen sich alle hydraulischen und pneumatischen Kolben wieder bewegen. Voller Zuversicht baue ich den Hydrair also wieder zusammen, nur der Einbau muss noch etwas warten, es kommen vorher noch einige beruflich arbeitsreichen Wochen auf mich zu.

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Rückblick 2010 die vierte – Verschränkungstest

Nach all den jahrelangen Arbeiten am Hilfsrahmen und dessen Befestigungen sowie dem Anbringen der Tankhalterungen ist es im Oktober 2010 endlich Zeit für den ersten Verschränkungstest. Die ganze Hilfsrahmenkonstruktion hat ja den Sinn, dass sich ein steifer Kofferaufbau auf einem Fahrzeugrahmen halten kann, der extrem elastisch ist und sich deswegen stark verwinden kann. Die extremste Verwindung, die eine starke Verschränkung zwischen Kofferaufbau und Fahrzeugrahmen erzeugt, ist das einseitige Fahren über eine Erhöhung oder durch ein Loch, während die andere Seite auf einer Ebene bleibt. Dies simuliere ich dadurch, dass mein Nachbar Matthias mit dem Frontlader seines Treckers (Sylvia sagt immer Vorderlader dazu) ein Hinterrad ca. 60 cm hoch anhebt. In dieser Position kann ich in Ruhe um den Gran Hermano herumlaufen und messen, ob meine theoretischen Berechnungen auch in der Praxis stimmen. Sprich, ob der Koffer nicht doch die Tanks berühren würde, weil der Neigungswinkel des Koffers doch größer sein würde als gedacht. Oder ob die Konstruktion nicht doch noch einen Fehler hat, den ich in der Theorie nicht bedacht habe.

Das Ergebnis: Ich bin zufrieden, meine Berechnungen haben sich als realistisch herausgestellt. Nur eine Schwachstelle entdecke ich an der vorderen Befestigung, ich muss einfach nur eine Ecke herausschneiden, damit die Konstruktion nicht aufsetzt. Zugleich bin ich zusammen mit allen bei diesem Spektakel Anwesenden schwer beeindruckt, wie stark sich dieser schwere LKW verwinden kann und wie weit sich der Koffer zur Seite neigt! Allen Berechnungen zum Trotz kann man sich nur schwer vorstellen, wie das in der realen Welt (heute sagt man offline dazu) aussieht!

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