2012 – Willkommen in der neuen Freiheit

Das Jahr 2012 hat begonnen, für uns der Beginn der neuen Freiheit und der Endspurt der Reisevorbereitungen. Nach alter Tradition habe ich am 23.12. den letzten Tag vom Maßband abgerissen, das meine letzten 150 Arbeitstage als Countdown gezählt hat. Das war der Beginn der neuen Freiheit, über die eigene Zeit ganz alleine verfügen zu können. In etwa vier Monaten können wir dann auch alleine unseren Ort wählen, uns also vollständig selbstbestimmt durch das Raum- Zeit Kontinuum bewegen (na gut, rückwärts in der Zeit können wir nicht, durch Gravitation oder sehr hohe Geschwindigkeit die Zeit erheblich verlangsamen oder den Raum krümmen auch nicht, aber auch so geht schon einiges).

So haben wir das Jahr 2012 entsprechend begrüßt und in den ersten Tagen des neuen Jahres für den Endspurt erstmal einen Plan aufgestellt, denn die Liste für die nächsten vier Monate ist noch lang:

  • Solarzellen aufs Dach bauen
  • Reserveradhalter anbauen
  • Elektrik im Wohnbereich zu Ende ausbauen
  • Motorradträger und Balkon anbauen
  • Ofen anschließen
  • Schöne Sitze im Fahrerhaus einbauen
  • Mindestens 4 Wochen für diverse Kleinarbeiten
  • Visa einholen
  • Haus vermieten

Und zu guter Letzt soll auch dieser Blog in langen Winterabenden technisch noch ein wenig aufgepeppt werden. Und das letzte Geld für die Reisekasse muss auch noch zusammengerafft werden, denn bei ebay läuft noch unsere Geldquelle 2, die uns über all die Jahre die Reisekasse aufgefüllt hat. Da beginnt nun der Ausverkauf, eingekauft wird nicht mehr, alles muss raus. Die 25.000 Bewertungen knacken wir noch, das ist Ehrensache ! Fast alles Geld, das wir im Moment schon auf Tasche haben, liegt zum Glück in australischen Dollar bereit, denn alleine in den letzten 4 Wochen hat der Euro  mal wieder 5 % gegenüber harten Währungen verloren. Andersherum, hätte man vor vier Wochen Euro statt australischer Dollars besessen, würde die Reise bei gleichem Budget dann drei Wochen kürzer ausfallen. Oder noch kürzer, wenn das so weiter geht.

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Legalize It – Yeah ! (Endlich TüV)

Die letzten Herbsttage haben den Durchbruch gebracht !  Auch die Endarbeiten für den TüV sind (wie der Name schon sagt) irgendwann zu Ende, als letztes wird die Hupe angeschlossen. Wenn der Motor nicht läuft, ist sie durchaus zu hören, ansonsten geht sie fast unter. Für Indien muss aber später ein lauteres Mehrton- Organ her (in Deutschland wie so vieles leider illegal). Dann hat Sylvia noch eine Fratze auf das vordere Differential gemalt, auch diese ist eine geistige Anleihe aus Indien und soll böse Dämonen fernhalten. Dem schließen wir uns gerne an.

Fratze auf dem vorderen Differential

Endlich ist es nach jahrelanger Arbeit jetzt soweit. Mit einem neuen Kurzzeitkennzeichen (altdeutsch: Rote Nummer) fahren als erstes auf die öffentliche Waage und siehe da: mit 6,9 Tonnen vollgetankt liegen wir noch im grünen Bereich, eine Zulassung als Wohnmobil bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht ist damit kein Problem. So darf dann Sylvia auch offiziell mit ihrem PKW Führerschein dieses Gefährt später bewegen, sogar auf Deutschlands Straßen.

Dann geht es am Tag der deutschen Einheit (wie passend für eine Reise, die uns geistig und geographisch möglichst weit fort bringen soll) weiter in die LKW- Werkstatt unseres Vertrauens. Dort wurde schon der Hydrair überholt, auch viele inzwischen verbaute Ersatzteile haben wir daher bekommen. Diese Werkstatt liegt 150 km entfernt, auf der Fahrt dorthin kommt schon eine erste Vorahnung auf, wie es sein wird, mit diesem Gerät auf großer Fahrt unterwegs zu sein. Immer entspannter kann ich lenken und schalten, was am Anfang noch archaisch grob war, wird immer mehr Normalität. Die Schaltung knarrt nicht mehr. Wenn ich beim Zwischengas geben und Zwischenkuppeln nur genug Zeit verstreichen lasse, sie wird sogar butterweich. Dieses Fahrzeug stammt aus einer zeit, wo diese Zeit noch vorhanden war, heute muss man sich dazu erstmal bremsen. Auch das Spurhalten ist nicht mehr schweißtreibend, ich kann die Landschaft und die Herbststimmung nebenbei noch vollständig absorbieren und genießen.

Sinn der Fahrt in die LKW- Werkstatt unseres Vertrauens ist nach über 10 Jahren Abstinenz im offiziellen Straßenverkehr die Abnahme als Wohnmobil, das TüV- Gutachten, das aus diesem Fahrzeug wieder ein legales Mitglied des Straßenverkehrs macht. Ab Kilometer 3.000 unserer Route eher eine unwichtige Nebensache, doch um dort hinzukommen, wahrscheinlich unbedingt erforderlich. Am nächsten Tag um 10 Uhr kommt dann der ersehnte Anruf: Der Abnahme steht nichts im Weg, unser Gran Hermano hat hiermit die erste Hürde auf der geplanten Reise genommen. Juuuubellll !

Echte Testfahrten sind damit ab jetzt möglich, wir können jetzt Fahrzeug und Ausrüstung im letzten halben Jahr vor der geplanten Abreise noch gründlich testen.

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Endarbeiten für den ersten TüV Termin

Schon im Juli habe ich über die sommerlichen Arbeitsbedingungen in Norddeutschland geschrieben, unter denen die Arbeiten am Gran Hermano voran gehen. Mittlerweile ist es sechs Wochen später, und es hat sich herausgestellt, dass der Sommer so geblieben ist. Ich kann mir also aussuchen, ob ich die Arbeiten am Gran Hermano lieber bei 13 Grad warmem Sommerregen oder im Winter bei 3 Grad kaltem Nieselregen machen möchte. Da auch die geplante Abreise immer näher rückt und der erste Termin beim TüV zwecks Zulassung Anfang Oktober stattfinden soll, kann ich auf jeden Fall nicht auf gutes Wetter warten. Da es noch einige Arbeiten unter dem Fahrzeug gibt wie Kabelbäume ziehen, Abschmieren, Handbremsen und Motorbremsen- Mechanik gängig machen, kann ich auch bei Regen ganz gut arbeiten, zumindest so lange, bis der nächste Starkregen den Boden unter dem Gran Hermano in einen See verwandelt hat. Ein Motorrad- Regenkombi hat die normalen Schrauber- Klamotten abgelöst, bei den sommerlichen Temperaturen schwitzt man auch unter dem Plastik kaum.

Die Art der Arbeiten, die ich in den letzten Wochen erledigt habe, zeigen aber, dass das Fahrzeug langsam einsatzbereit wird. Während in den Jahren zuvor essentielle grobe Arbeiten wie Fahrwerk, Aufbau und Bremsen anlagen, hat sich der Schwerpunkt jetzt verlagert. Mitte August habe ich die vorderen und Ende August die hinteren Radbremszylinder erneuert, damit ist die Bremsanlage quasi komplett überholt. Danach kamen „unwichtige“ Arbeiten wie Anbringen der hinteren Kotflügel, Instandsetzen der Elektrik (Blinker, Bremslichter, Hupe) und diverse Kleinarbeiten. Für die Zulassung und die TüV- Plakette braucht man das, im indischen Verkehr auch (zumindest die Hupe), aber ich würde mich auch ohne Kotflügel und Blinker durch die Mongolei trauen.

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