Rückblick 2009 – Holz statt Metall

2009 ist dann endlich mal ein Jahr, das nicht ausschließlich dem Sternzeichen Metall gewidmet ist. Zumindest der Aszendent in diesem Jahr ist Holz, denn endlich wird auch der Innenausbau unseres neuen Zuhause begonnen. Wenn’s um Holz geht, habe ich schon immer Schuby gefragt, ein alter Freund aus Rockerzeiten, Tischler mit Sinn für das Grobe und Robuste, also ideal für diesen Ausbau. Das Dream-Team Schuby und Teddy, von dem wir ja den Gran Hermano haben, hat dann an diversen über das Jahr verteilten Freitagen die Wohnfläche nach unseren Wünschen und den eigenen meistens bestechenden Ideen zu einer schönen Wohnung umgerüstet. Die Dachkonstruktion ist ein echter Schuby: Weil das Dach zu niedrig für mich zum Stehen war, wurde es ausgesägt und ein Rahmen aus Eichenbohlen eingepasst, der die ganze Konstruktion fast 20 cm höhergelegt hat. Ansonsten war uns wichtig, dass das Bett nicht zusammengeklappt werden muss und es üppig viel Stauraum gibt, und so ist es auch geworden.

Je weiter der Ausbau vorangeht, desto mehr verteilt sich an den Freitagen das Verhältnis zwischen Ausbauarbeit und Bierpause. Am letzen Wochenende haben wir (soweit ich mich noch erinnern kann) nur noch gesoffen, aber wir haben selten so viel gelacht, wie an diesen Freitagen. Auch wenn fast alles fertig ist, ab und zu treffen wir uns auch weiterhin noch mit dem Vorwand, hier und da noch eine Leiste einzupassen oder so. Das ist in 10 Minuten gemacht, danach kann man ja noch ein paar Bier zischen…

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Rückblick 2005 bis 2007 – Fahrzeugbau in der Praxis: Hilfsrahmen bauen

Um genau diesen Hilfsrahmen geht es die nächsten drei Jahre ausschließlich: Als erstes mache ich nach Beendigung meiner Studien im Internet auf Karopapier eine Zeichnung. Als mir diese nach wiederholtem Ansehen, Nachmessen am LKW und Durchrechnen schlüssig erscheint, kaufe ich auch Stahl dafür ein, Vierkantrohre speziell für den Fahrzeugbau. Meine Konstruktion hat viele Versteifungen, so wie bei einem Fachwerkhaus. Die Schweißnähte sollen möglichst wenig Last direkt aufnehmen, dies sollen so weit wie möglich die Versteifungen übernehmen.

Auch der Hilfsrahmen entwickelt sich zu einem Mammutprojekt. Am Anfang heißt es erstmal, die Vierkantrohre so zusammen zu schweißen. Tom, ein guter Freund und Schlosser, unterstützt mich bei den Schweißaktionen. Immer wieder kommt er für einen Nachmittag zu mir und setzt die Schweißarbeiten fort, so dass langsam Stück für Stück die gezeichnete Konstruktion entsteht. Doch diese Aktion zieht sich mehr oder weniger über das gesamte Jahr 2006. Die Termine, an denen wir beide Zeit haben, liegen immer weit auseinander. Doch der eingeschlagene Weg stimmt und wird jetzt weiter verfolgt. Am Anfang müssen wir noch einmal einige Schweißnähte auftrennen und wieder neu zusammen schweißen, da sich die Konstruktion verzogen hatte und die Auflagefläche für die Koffer nicht mehr gerade war. Doch beim zweiten Mal klappt alles. Im Jahr 2006 kommt noch unsere Hochzeit hinzu, auch andere private Ablenkungen lassen uns die weiteren Arbeiten am Auto eher hinten anstehen.

So wird erst 2007 die erste Konstruktion des Hilfsrahmens endlich fertig und kann zum Verzinken gebracht werden. In dieser Zeit sagen wir uns oft „Hätten wir das gewusst, hätten wir uns ein reisefertiges Fahrzeug gekauft“. Es hätte schon den richtigen Aufbau gehabt, den richtigen Hilfsrahmen und vieles mehr. Selber bauen macht Spaß, aber das Hauptziel war doch die Reise. Und muss es so einnehmend werden, dass es sich über Jahre hinzieht, Jahre in denen man sich immer wieder ermahnen muss, an diesem Projekt auch mit viel Energie weiter zu arbeiten, damit es überhaupt fertig wird ? Eigentlich nicht. Aber andererseits, so ist alles exakt nach eigenen Vorstellungen, selbst konstruiert. Die Technik kennt man also, wenn man später ein Problem hat. Und letztendlich, der Weg ist das Ziel, auch diese Erfahrungen und Vorbereitungen sind Teil des Weges und der Reise. Und wenn mich Sylvia ermahnt, wir sollen auch in der Gegenwart leben, anstatt immer nur an diese zukünftige Reise zu denken, so sage ich dann meistens, auch diese Vorbereitungen sind Teil der Gegenwart, und wir erleben sie auch gerade recht intensiv.

Passend zur sich abzeichenden Vereinigung von Fahrgestell und Aufbau, wird dieser noch an einem schönen Sommertag sandgelb lackiert, genau wie das Fahrerhaus bereits vor einiger Zeit.

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