Papierkram 2.0 – Planung der Fahrt durch China

Bei den derzeit herrschenden Außentemperaturen von minus 10 Grad ist es schwierig, Außenarbeiten an unserem Fahrzeug durchzuführen. So nutzen wir die Gelegenheit, um unsere Reise durch China zu planen und Kontakt zu einem chinesischen Reisebüro aufzunehmen. Was hierzulande eher wenig bekannt ist, ist die Tatsache, dass für Reisen mit dem eigenen Fahrzeug durch China eine ganze Menge Formalitäten notwendig sind.

Man darf nicht alleine fahren, sondern wird von einem staatlich anerkannten Fremdenführer an der Grenze abgeholt. Dieser begleitet einen dann während der gesamten China- Etappe bis zur Ausreise. Dazu muss man sich als erstes auf einen genauen Zeitraum und eine genaue Route mit den jeweiligen Tagesetappen festlegen. Das chinesische Reisebüro beantragt dann Genehmigungen für diese Route sowie chinesische Führerscheine und Importerlaubnisse für das Fahrzeug etc. Etwa drei Monate vor Einreise sollte man das spätestens tun. Das würde für uns Organisation von unterwegs bedeuten, wir wollen das lieber jetzt schon von Deutschland aus organisieren. Nach Recherchen im Netz haben wir uns für Chengdu Panorama Tours entschieden und nehmen Kontakt zu ihnen auf. Die für die Genehmigungen benötigten Kopien von Pass, Führerschein und Fahrzeugschein sowie Fahrzeugfotos konnten per email schicken, das ist für die Formalitäten erstmal ausreichend.

Als allererstes bedeutete das für uns, eine realistische Routen- und Zeitplanung für die Etappe bis und durch China auszuarbeiten (das kann man auf unserer Landkarte im Blog jetzt sehr gut sehen, die Route ist wesentlich genauer geworden). Bislang war für uns immer offen, ob wir nach Indien oder Laos / Südostasien weiterreisen. Die Entscheidung für die erste Variante (Ausreise aus China nach Nepal) haben wir nun endgültig getroffen. Der Zeitraum für die China Etappe ist nach Ausarbeitung eines Plans in Zusammenarbeit mit dem Reisebüro der 27.9. 2012 bis 10.11. 2013. Das sind 44 Tage für immerhin ca. 6.000 km, im Vergleich zu anderen Reisen eher lange (viele fahren diese Strecke wohl auch wegen der Kosten in drei Wochen). Wir haben versucht, auf zu lange Tagesetappen zu verzichten, manchmal ging es aber nicht anders.

Wegen der hohen Kosten für die Begleitung würden wir jetzt gerne ein zweites (oder sogar noch ein drittes ? ) Fahrzeug zu finden, dass sich an diese Tour anschließen möchte. Auch mit mehreren Fahrzeugen braucht man nur einen offiziellen Begleiter, die Kosten sinken aber deutlich. Wer sich als zweites Fahrzeug anschließen möchte, muss mit ca. 4.000 Euro Kosten rechnen. Kommt sogar noch ein drittes Fahrzeug dazu, sind es ca. 3.000 Euro für jedes Fahrzeug- Team. Zumindest wenn Frau Merkel und die Griechen sich noch einige Zeit gedulden können und den Euro Crash hinauszögern, der Preis wird in US- Dollar gezahlt.

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Sweet Home

Bei den täglich anfallenden Kleinarbeiten wird uns auch in den nächsten Tagen deutlich: Unser neuer Zweitwohnsitz ist ein echtes Sweet Home. Bei denAußentemperaturen im Januar machen wir oft den Ofen an, um uns mit dem Innenraum zu beschäftigen. Vor so einer Reise gibt es ja auch dort noch viel zu tun: Wohin mit all den Sachen, die mit sollen ? Der Stauraum soll ja nicht nur persönliche Habseligkeiten, sondern auch die Bergeausrüstung, das Werkzeug, das Gummiboot mit Paddeln, den Grill, die Klappstühle mit Tisch und vieles mehr beherbergen.

Und so machen wir oft den Ofen an, eine halbe Stunde später ist es schon schön warm. Wir mögen gar nicht wieder rausgehen, und wenn wir da so sitzen, ist die Reise schon mehr Realität als sonst. Wir fühlen uns fast schon unterwegs, der Blick nach draußen wird sich noch ändern, aber drinnen wird es auch unterwegs so bleiben. Die Aura in dem Fahrzeug ist einfach gut, der Holzausbau mit seinen warmen Farben trägt sicher viel dazu bei. Und natürlich die Teppiche. Sobald wir drinnen sitzen, merken wir, dass alle Hektik der Vorbereitungen vor der Tür geblieben ist, es kehrt sofort eine angenehme Ruhe ein.

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Erster Außeneinsatz – Fazit: Finnische Sauna !

Am Wochenende war es soweit. Am 50. Geburtstag von Schuby (hat den Innenausbau des Koffers gemacht und ist außerdem bekannt aus Bier! – Der Film auf YouTube) haben wir die Gelegenheit genutzt, die Ausrüstung zum ersten Mal unterwegs zu testen. Bei so einem Gelage kann man abends nicht mehr zurückfahren, also bringt man seinen Zweitwohnsitz mit und bleibt gleich da. Im Januar ist dies eine gute  Gelegenheit, die Wintereigenschaften, (sprich die Heizung) auszuprobieren. Wir haben uns ein Feldheizgerät der Bundeswehr eingebaut. Der Grund für diese Entscheidung war, eine stromunabhängige Heizung zu haben, die mit so ziemlich allem klarkommt, was brennt.

An diesem Abend haben wir es mit Holz und Kohle betrieben. Bei Außentemperaturen um Null kamen damit wir auf 25 bis 30 Grad drinnen bei offenen Türen. Dies aber nur, weil wir es wissen wollten und die Brennkammer mal richtig vollgestopft haben. Zur Sauna hätte man nur die Türen schließen müssen und einen Aufguß ansetzen.

Wenn man etwas dosierter herangeht, kommt man auch auf normale Werte und kann die Tür zumachen. Aber an diesem Abend hat es uns so besser gefallen, inklusive rot glühendem Ofenrohr und Flammen aus dem Schornstein. Und am nächsten Morgen braucht man nur wieder was draufzulegen und kann sich sofort Kaffe drauf kochen. Auch der Rest hat uns gut gefallen, das Bett haben wir besser bewertet als das zu Hause im Schlafzimmer.

Was bei einem luftgekühlten Fahrzeug wie unserem Gran Hermano um diese Jahreszeit aber schlechter abschneidet, ist die Wärme im Fahrerhaus (wer früher Käfer gefahren ist, erinnert sich vielleicht). Viel wärmer als auf dem Motorrad ist es dort nicht, und man muss ständig die Scheiben von innen wischen. Doch am Ende der Fahrt habe ich wieder was dazugelernt: Wenn man den Hebel für die Lüftung mal richtig nach hinten zieht (mit voller Kraft, etwa dreimal so weit wie ich mich bislang getraut habe), kommt sogar warme Luft in den Fußraum und das ganze wird fast angenehm.

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