Papierkram 3.0 – Carnet de Passages

Für einige Länder wie Indien und Nepal braucht man noch ein so genanntes Carnet de Passages, ein Zolldokument für die zeitweise Einfuhr von Fahrzeugen. Dieses wird vom ADAC ausgestellt und ist in diesen Ländern eine anerkannte Sicherheit dafür, dass man sein Fahrzeug nicht dort verkauft und dabei den Zoll umgeht. Dafür muss man beim ADAC eine Bankbürgschaft hinterlegen. Eigentlich keine große Sache, bei dem Zeitwert des Fahrzeuges ist eine Bürgschaft über 5.000 Euro notwendig.
Normalerweise ist das eine reine Formsache (so denken wir), deswegen haben wir auch erst 8 Wochen vor der Abreise angefangen, uns mit diesem Thema zu beschäftigen. Doch wir haben die Rechnung ohne die Bank gemacht. Zwar haben wir 8.300 Euro Dispokredit auf unserem Girokonto, aber selbst mit Absicherung über die Grundschuld unseres Hauses ist eine Bürgschaft über 5.000 Euro für unsere Bank nicht machbar. Scheinbar haben die Rating-Agenturen uns das AAA  heimlich aberkannt, ohne uns zu informieren (in den Nachrichten kam das leider auch nicht). Eine Anfrage bei regionalen Banken wie der örtlichen Sparkasse zeigt schnell, dass das Vorhaben sinnlos ist (Bürgschaften für privat ? Sowas machen wir gar nicht! ). Ist schon klar, Investmentbanking bringt ja auch mehr, wenn’s gut geht (und wenn nicht, zahlt schon jemand anders dafür).
Also müssen wir statt der Bürgschaft solange “echtes” Geld hinterlegen, mit der Gefahr, dass es nach unserer Rückkehr wertlos ist, da es  Euro sind. Machen kann man da nichts, aber ein Norddeutscher vergisst nie! Spontan ist mir die Idee der “Hitlist/Shitlist” gekommen. Auf der Shitlist werden alle Firmen oder Produkte aufgezählt, die unser Reiseprojekt erschweren und in irgendeiner Form versagt haben. Wissen ist Macht, und es  muss nicht jeder eine negative Erfahrung selber machen, die andere schon vorher gemacht haben. Wahl ist auch demnächst wieder, wollten da nicht auch einige Banken um Sympathie (= Geld aus dem Staatshaushalt) werben? Für unser Reiseprojekt sind Banken auf jeden Fall nicht systemrelevant und müssen daher auch nicht gerettet werden. Briefwahl- Unterlagen werden daher Pflicht für die Reise, wirbt da nicht eine neue Partei gerade um Stimmen, um etwas frischen Wind in den Laden zu bringen?

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Papierkram 2.0 – Planung der Fahrt durch China

Bei den derzeit herrschenden Außentemperaturen von minus 10 Grad ist es schwierig, Außenarbeiten an unserem Fahrzeug durchzuführen. So nutzen wir die Gelegenheit, um unsere Reise durch China zu planen und Kontakt zu einem chinesischen Reisebüro aufzunehmen. Was hierzulande eher wenig bekannt ist, ist die Tatsache, dass für Reisen mit dem eigenen Fahrzeug durch China eine ganze Menge Formalitäten notwendig sind.

Man darf nicht alleine fahren, sondern wird von einem staatlich anerkannten Fremdenführer an der Grenze abgeholt. Dieser begleitet einen dann während der gesamten China- Etappe bis zur Ausreise. Dazu muss man sich als erstes auf einen genauen Zeitraum und eine genaue Route mit den jeweiligen Tagesetappen festlegen. Das chinesische Reisebüro beantragt dann Genehmigungen für diese Route sowie chinesische Führerscheine und Importerlaubnisse für das Fahrzeug etc. Etwa drei Monate vor Einreise sollte man das spätestens tun. Das würde für uns Organisation von unterwegs bedeuten, wir wollen das lieber jetzt schon von Deutschland aus organisieren. Nach Recherchen im Netz haben wir uns für Chengdu Panorama Tours entschieden und nehmen Kontakt zu ihnen auf. Die für die Genehmigungen benötigten Kopien von Pass, Führerschein und Fahrzeugschein sowie Fahrzeugfotos konnten per email schicken, das ist für die Formalitäten erstmal ausreichend.

Als allererstes bedeutete das für uns, eine realistische Routen- und Zeitplanung für die Etappe bis und durch China auszuarbeiten (das kann man auf unserer Landkarte im Blog jetzt sehr gut sehen, die Route ist wesentlich genauer geworden). Bislang war für uns immer offen, ob wir nach Indien oder Laos / Südostasien weiterreisen. Die Entscheidung für die erste Variante (Ausreise aus China nach Nepal) haben wir nun endgültig getroffen. Der Zeitraum für die China Etappe ist nach Ausarbeitung eines Plans in Zusammenarbeit mit dem Reisebüro der 27.9. 2012 bis 10.11. 2013. Das sind 44 Tage für immerhin ca. 6.000 km, im Vergleich zu anderen Reisen eher lange (viele fahren diese Strecke wohl auch wegen der Kosten in drei Wochen). Wir haben versucht, auf zu lange Tagesetappen zu verzichten, manchmal ging es aber nicht anders.

Wegen der hohen Kosten für die Begleitung würden wir jetzt gerne ein zweites (oder sogar noch ein drittes ? ) Fahrzeug zu finden, dass sich an diese Tour anschließen möchte. Auch mit mehreren Fahrzeugen braucht man nur einen offiziellen Begleiter, die Kosten sinken aber deutlich. Wer sich als zweites Fahrzeug anschließen möchte, muss mit ca. 4.000 Euro Kosten rechnen. Kommt sogar noch ein drittes Fahrzeug dazu, sind es ca. 3.000 Euro für jedes Fahrzeug- Team. Zumindest wenn Frau Merkel und die Griechen sich noch einige Zeit gedulden können und den Euro Crash hinauszögern, der Preis wird in US- Dollar gezahlt.

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Sweet Home

Bei den täglich anfallenden Kleinarbeiten wird uns auch in den nächsten Tagen deutlich: Unser neuer Zweitwohnsitz ist ein echtes Sweet Home. Bei denAußentemperaturen im Januar machen wir oft den Ofen an, um uns mit dem Innenraum zu beschäftigen. Vor so einer Reise gibt es ja auch dort noch viel zu tun: Wohin mit all den Sachen, die mit sollen ? Der Stauraum soll ja nicht nur persönliche Habseligkeiten, sondern auch die Bergeausrüstung, das Werkzeug, das Gummiboot mit Paddeln, den Grill, die Klappstühle mit Tisch und vieles mehr beherbergen.

Und so machen wir oft den Ofen an, eine halbe Stunde später ist es schon schön warm. Wir mögen gar nicht wieder rausgehen, und wenn wir da so sitzen, ist die Reise schon mehr Realität als sonst. Wir fühlen uns fast schon unterwegs, der Blick nach draußen wird sich noch ändern, aber drinnen wird es auch unterwegs so bleiben. Die Aura in dem Fahrzeug ist einfach gut, der Holzausbau mit seinen warmen Farben trägt sicher viel dazu bei. Und natürlich die Teppiche. Sobald wir drinnen sitzen, merken wir, dass alle Hektik der Vorbereitungen vor der Tür geblieben ist, es kehrt sofort eine angenehme Ruhe ein.

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