Rückblick 2003 die zweite – Fahrwerk lackieren

An der Fahrzeug- Front geht es 2003 zunächst mit nervigen Arbeiten los. Bevor ein Koffer draufkommt, will ich den Rahmen abschleifen und neu mit Rostschutzfarbe lackieren. Ohne Aufbau kommt man überall leicht dran. Hätte ich vorher gewusst, wie ätzend das ist, hätte ich es wohl gelassen. Irgendwann im Spätsommer haben wir den Wagen mit dem Heck in den Werkstatt- Teil unseres Hauses gefahren. Den ganzen Winter über und das halbe Jahr 2004 habe ich an freien Tagen den Rahmen mit der Drahtbürste abgeschliffen. Dabei sind bestimmt 300 Euro für Drahtbürsten draufgegangen, und ich habe mir bestimmt mehr als 20 Mal die Drähte, die sich bei hoher Drehzahl von der Bürste gelöst haben, aus dem Arsch oder aus der Stirn gezogen. Macht so was bloß nicht ohne Schutzbrille, lasst es am besten ganz!

Continue ReadingRückblick 2003 die zweite – Fahrwerk lackieren

Rückblick 2002 die zweite – El Gran Hermano

Kurze Zeit später steht das Gerät bei uns auf dem Hof. Und damit ist klar: Eine Art Geburt hat stattgefunden, aus einer Idee ist etwas zum Anfassen geworden, und das steht jetzt bei uns auf dem Hof. Die imposante Erscheinung lässt ihn uns irgendwann „El Gran Hermano“ nennen, der große Bruder. Auf dass er uns freundlich gesinnt ist und Schutz und Kraft gibt, wie ein großer Bruder. Nach der Autobahnfahrt von der Stammkneipe nach Hause bin ich noch gar nicht so geschockt. Doch nach einer ersten 30- km Probefahrt durch die schmalen Straßen des schleswig-holsteinischen Outback habe ich schon beim Befahren der Tankstelle und bei Begegnungen mit anderen LKW Schweißausbrüche, vor allem vom Lenken. Ohne Servolenkung braucht man richtig Kraft dafür. Das Runterschalten mit Zwischengas ist auch gewöhnungsbedürftig, aber ich habe immerhin den Klasse 2 beim Bund auf dem MAN 630 gemacht und etwas davon ist noch hängen geblieben. Na ja, man gewöhnt sich schon dran, denke ich mir. Sylvia wird es schwer haben, wenn er erstmal abgelastet und mit Klasse 3 fahrbar ist, aber sie soll und will natürlich auch fahren.

Kurz nach dem Kauf wird der Feuerwehr- Koffer abgebaut, da war schon Norbert, ein anderer Magirus Fan aus der Nähe scharf drauf geworden. Zum Wohnkoffer kann man diesen sowieso nicht umbauen, er ist sehr niedrig und hat sehr viele kleine Fächer für Werkzeug, Schläuche usw. und natürlich den Wassertank. So fahre ich den neuen Mercur zu ihm und in einer kurzen Nachmittagsaktion entschwebt der Koffer dann standesgemäß am langen Arm eines gewaltigen Magirus- Krans.

 

Continue ReadingRückblick 2002 die zweite – El Gran Hermano

Rückblick 2002 die erste – Die Idee wird geboren

Wir schreiben also das Jahr 2002. Seit gerade mal zwei Jahren sind wir ein Paar, fasziniert davon, wie gut wir zusammen passen und wie stark immer noch der Wunsch in uns lebt, die nomadischen Zeiten unserer Jugend wieder aufleben zu lassen. Um an die alten Zeiten anknüpfen zu können, sind zwei Dinge klar: Selbstfahren ist angesagt und etwa ein Jahr soll es schon dauern. Wir haben beide schon erlebt, wie entscheidend es ist, nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich frei zu sein. Noch eins ist auch klar: Wir sind keine 25 mehr ! Etwas Komfort soll es deswegen schon sein. Ein robustes, einfaches Fahrzeug, aber mit allem an Bord, was das Leben unterwegs so angenehm macht. Keine Angst! Wir meinen damit keinen Fön und keine Dusche, sondern eher ein Bett, einen Ofen, einen Kocher und eine bequeme Sitzecke. Und wohin dann? Asien, insbesondere der Himalaya, sind Ziele, die uns beide magisch anlocken, dort ist noch keiner von uns gewesen. Und diese Gegend hat bestimmt auch spirituell einiges zu bieten, was man wahrscheinlich eh in diesem Alter besser begreift als eine junge Deern und ein junger Bengel.

So sitzen wir in dieser Zeit in unserer Lieblingskneipe, dem legendären Lurup in Nützen, wo seit Jahren schon ein von der Feuerwehr Sievershütten ausrangierter Magirus Merkur auf dem Hof steht. Wir wissen, dass er Teddy gehört und wollen ihn mal interviewen, wie viel PS der denn hat und wie es mit Tauglichkeit für solche Touren wie unsere so steht. Mit dem Ergebnis, dass Teddy ihn eh verkaufen will, er ist eine Nummer zu groß, sein Opel Blitz passt ihm da besser. Und Gasche, der Wirt, ist auch froh, wenn die Karre vom Hof ist. Wichtige Entscheidungen fällt man spontan, also ist nach einer Probefahrt durch Pfützen und Dreck schnell klar: Wir haben unser Auto gefunden (oder hat das Auto uns gefunden ?).

Continue ReadingRückblick 2002 die erste – Die Idee wird geboren