Wer wird Millionär- die zweite Chance

Einmal noch, habe ich mir gesagt! Nachdem ich mich zwei Jahre lang fast jede Woche bei Günter Jauch’s “Wer Wird Millionär” beworben habe, habe ich das in den letzten fünf  Wochen wegen der sich zuspitzenden Reisevorbereitungen einfach vergessen. Inzwischen steht unsere Abreise so dicht bevor, dass es mit dem Termin der Sendung sehr knapp wird. Deswegen sage ich mir, “Einmal noch, aber danach ist Schluss”.

Und was passiert ? Ich werde angerufen und bin in der ersten Vorauswahl! Sylvia holt mich direkt von Kabel- Befestigungsarbeiten an unserem Granm Hermano, meine Finger sind schmutzig und silikonverschmiert. Doch das sieht die Dame gegenüber am Telefon ja nicht. Wie vor ziemlich genau einem Jahr bei meinem ersten Bewerbungsversuch (siehe Wer wird Millionär ? – Ich dieses Mal nicht !) , muss ich wieder die einige Wissensfragen beantworten und plaudere danach über meine Hobbys und  mein Leben. Es ist noch besser gelaufen als letztes Mal, sogar die Fußballfrage kann ich als absoluter Sport-im-Fernsehen-Verweigerer richtig beantworten. Vielleicht doch nicht so schlecht, dass man in den Nachrichten ständig mit so unwichtigem Zeugs vollgedröhnt wird, bislang habe ich nur darüber geflucht (“Was hat das in den Nachrichten zu suchen, es gibt für sowas doch Sportsendungen?”).

So wird es kurz vor Abreise noch spannender, als es sowieso schon ist. Der Termin, an dem die Sendung gedreht wird, wäre der 7. Mai. Das würde heißen, nach Köln ins Studio zu fliegen und kurz danach dann direkt unsere Reise durchstarten. Danch ist Sendepause bis August. Wenn ich dann Überhangkandidat werden würde, wäre es noch irrer. Dann würden wir direkt aus der asiatischen Steppe ins Studio fliegen, um die Reisekasse noch etwas aufzupeppen. Also wirklich, wäre das nicht auch für die Sendung der Hammer?

Doch bevor solche Spinnereien wahr werden, heißt es wieder warten. Wenn sich bis 24.4. jemand meldet, geht es in die nächste Bewerbungsrunde, ansonsten bin ich raus.

Continue ReadingWer wird Millionär- die zweite Chance

Psychokram

Tja, Eck meint, ich sollte doch mal über meine psychische Verfassung vor der Reise berichten, obwohl ich nicht weiß, wen das interessiert.

Was soll ich sagen: schlaflose Nächte, Schweißausbrüche, ich mache mir Sorgen um Gott und die Welt, Haus und Hof. Katzen, kranke Mütter etc. … Außerdem habe ich keine Ahnung, wie wir alles rechtzeitig schaffen sollen, und dann mache ich mir auch noch Gedanken, ob mit uns und der Reise alles gut geht. Bin halt keine 20 mehr und nicht mehr so mutig wie früher. Als wir die Reise vor doch schon einigen Jahren geplant haben, war ich auch noch ein bißchen  sorgloser. Die Vorbereitungen sind so umfangreich, daß es mir manchmal vorkommt, als würden wir auswandern und nicht nur ein Jahr verreisen.

Auf jeden Fall wird es jetzt langsam ernst und ich freue mich, wenn wir endlich losfahren. Neben all diesen Sorgen, fühle ich mich zwischenzeitlich auch ganz stark und souverän als alter Halbnomade und ich hoffe, daß dieser Zustand sich dauerhaft durchsetzten wird, wenn wir erstmal unterwegs sind.

Also in diesem Sinne, raus in die Welt, in die Natur, der alte Wilhelm Busch hat es so formuliert:

“Viel zu spät begreifen
viele die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise.
höchste Zeit ist´s: Reise, reise!”

Continue ReadingPsychokram

Papierkram 3.0 – Carnet de Passages

Für einige Länder wie Indien und Nepal braucht man noch ein so genanntes Carnet de Passages, ein Zolldokument für die zeitweise Einfuhr von Fahrzeugen. Dieses wird vom ADAC ausgestellt und ist in diesen Ländern eine anerkannte Sicherheit dafür, dass man sein Fahrzeug nicht dort verkauft und dabei den Zoll umgeht. Dafür muss man beim ADAC eine Bankbürgschaft hinterlegen. Eigentlich keine große Sache, bei dem Zeitwert des Fahrzeuges ist eine Bürgschaft über 5.000 Euro notwendig.
Normalerweise ist das eine reine Formsache (so denken wir), deswegen haben wir auch erst 8 Wochen vor der Abreise angefangen, uns mit diesem Thema zu beschäftigen. Doch wir haben die Rechnung ohne die Bank gemacht. Zwar haben wir 8.300 Euro Dispokredit auf unserem Girokonto, aber selbst mit Absicherung über die Grundschuld unseres Hauses ist eine Bürgschaft über 5.000 Euro für unsere Bank nicht machbar. Scheinbar haben die Rating-Agenturen uns das AAA  heimlich aberkannt, ohne uns zu informieren (in den Nachrichten kam das leider auch nicht). Eine Anfrage bei regionalen Banken wie der örtlichen Sparkasse zeigt schnell, dass das Vorhaben sinnlos ist (Bürgschaften für privat ? Sowas machen wir gar nicht! ). Ist schon klar, Investmentbanking bringt ja auch mehr, wenn’s gut geht (und wenn nicht, zahlt schon jemand anders dafür).
Also müssen wir statt der Bürgschaft solange “echtes” Geld hinterlegen, mit der Gefahr, dass es nach unserer Rückkehr wertlos ist, da es  Euro sind. Machen kann man da nichts, aber ein Norddeutscher vergisst nie! Spontan ist mir die Idee der “Hitlist/Shitlist” gekommen. Auf der Shitlist werden alle Firmen oder Produkte aufgezählt, die unser Reiseprojekt erschweren und in irgendeiner Form versagt haben. Wissen ist Macht, und es  muss nicht jeder eine negative Erfahrung selber machen, die andere schon vorher gemacht haben. Wahl ist auch demnächst wieder, wollten da nicht auch einige Banken um Sympathie (= Geld aus dem Staatshaushalt) werben? Für unser Reiseprojekt sind Banken auf jeden Fall nicht systemrelevant und müssen daher auch nicht gerettet werden. Briefwahl- Unterlagen werden daher Pflicht für die Reise, wirbt da nicht eine neue Partei gerade um Stimmen, um etwas frischen Wind in den Laden zu bringen?

Continue ReadingPapierkram 3.0 – Carnet de Passages