Tschüss Polen, weiter geht’s

Bordbuch-Eintrag: Ankunft Solina (Polen) 18.5.2012, Kilometerstand 1313, 9. Reisetag. Wetter: 20-21 Grad, die Sonne brennt.

Von Krakau aus starten wir Richtung Südosten zur ukrainischen Grenze. Das ist eine schöne Tagesetappe von 280 km. Die Landschaft wird bergig und damit sofort schöner, irgendwie sehen in den Bergen auch Städte und Dörfer schöner aus als im Flachland, wahrscheinlich haben Bergbewohner noch mehr natürlichen Sinn für Schönheit. Wider Erwarten sind auch die Straßen im Südosten Polens wesentlich besser als in der Mitte, und so kommen wir zügig zu einem See nahe der Grenze, den wir uns als möglichen letzten Stellplatz ausgesucht haben. Die Straßen sind eng, es gibt nur einen Parkplatz am See, an dem Angler ihre Ausrüstung ein- und auspacken, um auf dem See zu angeln. Also fragen wir diese, ob es möglich ist, dort über Nacht stehen zu bleiben. Man versteht sogar Deutsch, die Antwort ist “wahrscheinlich kein Problem”. So stehen wir direkt am See und haben abends einen herrlichen Seeblick direkt aus der Tür.

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IT-Technik unterwegs

Für Kommunikation, diesen Blog, Bearbeitung von Bildern und Filmen sowie zum Sammeln von Informationen unterwegs sind natürlich auch Laptop und ein neumodisches Smartphone mit an Bord. Da wir eine recht potente Solaranlage auf dem Dach haben, sollten diese sich direkt von den 12 Volt an Bord ernähren, wir haben auf 220 Volt- Technik komplett verzichtet. Auch alle Akkus werden direkt aus 12 Volt Ladegeräten geladen. Licht, Kühlschrank und Kocher werden ebenfalls mit 12 Volt betrieben.

Doch schon am Tag 1, in Kratzeburg, gibt der 12 Volt Adapter für den Dell Laptop Rauchzeichen von sich und zerstört sich nach nur 10 Betriebsstunden selbst. Noch glauben wir an einen Einzelfall und wollen uns Ersatz besorgen, doch wir merken schnell, dass das ländliche Meck- Pomm dafür in etwa so geeignet ist wie die Sahel- Zone. Zum Glück, denn schon zwei Tage später stinkt es wieder nach verbrannter Elektronik, wir kennen den Geruch ja mittlerweile. Und damit hat sich auch der 12 Volt Adapter für das Smartphone, ein Samsung Galaxy Ace, selbst zerstört. Immerhin hat er ja 15 Stunden gehalten. Was beide Geräte gemeinsam haben, sie kamen aus dem PC- und Telefon- Zubehörhandel und waren keine Original-Teile von Dell bzw. Samsung (diese bieten so etwas gar nicht an).

Fazit: Finger weg von dem China-Zubehör-Schrott aus dem freien Handel, wenn nicht irgendein bekannter Name drauf steht. Dieser Name steht nämlich für den Aufpasser, der darüber wacht, dass der Schrott wenigstens halbwegs funktioniert (produziert wird ja ohnehin nur in China, aber wenn schon, dann bitte nicht ohne Sinn und Verstand).

In Krakau haben wir uns dann als erstmal einen Wechselrichter 12 Volt-220 Volt mit 150 Watt Leistung gekauft, der ist von Waeco (wie auch unser Kühlschrank), wird im Betrieb nicht einmal lauwarm und macht einen richtig soliden Eindruck. So können wir unsere Geräte weiter betreiben und sind elektrisch wieder autark. Das einzige was jetzt nicht mehr geht ist das Betreiben des Laptops im Netzbetrieb. Das zieht zu viel Saft, dazu hätten wir bei diesem großen Laptop einen 300 Watt Wechselrichter gebraucht. Wir können ihn also am Tag bei Sonnenschein aufladen und dann im Akkubetrieb den Laptop für etwa 90 Minuten betreiben. Die Warnung an andere Reisende vor No Name Billig-Ladekabeln sei hiermit nochmal deutlich ausgesprochen. Mein Tip: Nehmt auf jeden Fall Eure 220 Volt Ladegeräte und so einen Wechselrichter mit.

Was als zweites auffällt, zu Hause haben wir das Smartphone kaum benutzt, wegen der Größe (ein von mir Finger trifft ja immer 4-6 Buchstaben gleichzeitig) war es uns zu fummelig. Doch unterwegs benutzen wir es schon nach wenigen Tagen fast nur noch für einfache Dinge wie mails und kleine Internetanfragen, es ist einfach um den Faktor 5 schneller als ein Laptop und muss nicht immer stundenlang hoch- und runterfahren.

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Die ersten 1000 km – quer durch Polen nach Krakau

Bordbuch-Eintrag: Ankunft Krakau 15.5.2012, Kilometerstand 1064, 6. Reisetag. Wetter: 21 Grad, die Sonne brennt.

Die ersten 1000 km liegen hinter uns, wir sind in Krakau im südöstlichen Polen. Den Aufenthalt in Kratzeburg hatten wir noch um einen Tag verlängert, doch irgendwann muss es ja weiter gehen. Kratzeburg war für uns auch das Ende der bekannten Welt – der Welt, in der Freunde wohnen, wo man Menschen kennt und wo man auch die Nebenstraßen kennt und keine Landkarte braucht. Also noch mal ein kleiner Abschied. Wir nehmen uns vor, recht zügig nach Krakau zu fahren, also praktisch Polen von Nordwest nach Südost ziemlich schnell zu durchqueren. Nun wollen wir erstmal das Gefühl haben, ein Stück weit weg von zu Hause zu sein. Dazu gehört irgendwie auch, die EU mit ihren Vorschriften, Regelungen und ihrer Bürokratie zu verlassen, denn wir wollen in ein Land, in dem wir noch nie vorher waren, wo die Schriftzeichen anders sind und wo alles irgendwie fremder ist als in Polen.

Von Kratzeburg nach Krakau sind es etwas über 700 km. Die sollen uns auch dazu dienen, Routine im Fahr- Alltag zu bekommen, denn die Fahr- Tage haben ihren eigenen Rhythmus und ihren eigenen Charme (wenn man sie mag).

Geschätzt hatten wir zwei Tage Fahrt – mit einem Fahrzeug, das fast 90 läuft, sollten 350 km am Tag locker möglich sein. Doch es sind drei Tage draus geworden. Der Schnitt auf polnischen Landstraßen lag bei 35 bis 40 km. Autobahnen mögen wir nicht, das war also auch keine Alternative. Nach 7-8 Stunden Tages- Fahrtzeit wird Sylvia trotz Pausen normalerweise nörgelig und es gibt Zeckereien um belanglose Dinge. Also Zeit, den Fahrtag dann langsam zu beenden. Mit der Zeit werde ich diesen Zustand sicher vorher erkennen und rechtzeitig einen Platz für die Nacht suchen.

So fahren wir eben drei statt zwei Tage auf Landstraßen quer durch Polen und lernen dabei Fahrzeug, Ausrüstung und auch das neue Leben in unserem Gran Hermano kennen. Alles ist noch neu für uns. Im Wohnbereich finden wir nicht immer alle Sachen, die wir in den letzten Tagen und Wochen hineingepackt haben. Während der Fahrt gewöhnen wir uns an die Fahreigenschaften und das Gehoppel und Gejuckel über polnische Landstraßen. Nach der Grenze sehen wir schnell, wie sich permanent neu ausgebaute Straßen und alte Abschnitte mit Schlaglöchern abwechseln. Langsame Ortsdurchfahrten gibt es viele, dazu ständig Baustellen, denn das Land holt gewaltig auf. Doch so lerne ich den Gran Hermano gut kennen. Der Magirus Mercur hat ein weiches Fahrgestell, sodass er schaukelt, wackelt und ein- und ausfedert, aber er bleibt immer gutmütig und das Fahren beginnt mir zu gefallen. Die polnischen Landstraßen entsprechen wohl in etwa den Straßen in Deutschland, als dieses Auto gebaut wurde, ich fühle mich wie ein historischer Trucker aus den 60er Jahren.

Abends gegen 18 Uhr stechen wir von der Landstraße in den Wald hinein und finden an beiden Abenden schnell einen Platz zum Bleiben. Es fehlt uns an nichts, der Kühlschrank ist voller Essen und Bier, das nach der anstrengenden Fahrt immer doppelt so gut schmeckt. Frühaufsteher sind wir nicht, erst nach Kaffee im Bett und einem anständigen Frühstück geht es dann gegen 9 oder 10 Uhr am nächsten Tag weiter. Am zweiten Morgen klopft es an der Tür, weil wir auf einem Privatgrundstück stehen, doch der Ton ist freundlich, wir sind eben schon nicht mehr in Deutschland. Nach einem kurzen Plausch gibt der Waldbesitzer uns die Hand und wir fahren irgendwann weiter.

Das liegt jetzt schon hinter uns, nun können wir uns zwei Tage das alte Krakau ansehen, eine wirklich schöne und sehenswerte Stadt. Nach der dreitägigen Fahrt- Etappe haben wir uns einen Stadt- Urlaub verdient. Wir stehen auf einem Campingplatz 4 km vom Stadtzentrum entfernt, nach knapp einer Woche ist auch Duschen statt Waschen aus der Schüssel mal wieder angesagt. Abends können wir dann probieren, was uns an Gerichten einfällt, die Speisekammer ist randvoll. Dazu gibt es noch frische Sachen vom Markt. Die Kreation des ersten Tages nenne ich Borschtsch Chicken Curry. Am zweiten Abend gibt es Spargel mit Parmaschinken.

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