Rückblick 2004 die zweite – Mal wieder die Balance Zeit und Geld neu ausrichten

Sylvia plagt sich mit dem Internethandel und gewöhnt sich an Computerarbeiten, die ihr vorher völlig unbekannt waren. Geld wird noch nicht sichtbar, erstmal wächst nur der Warenbestand, da das Sortiment immer größer wird. So reift eine weitere Idee, die ich dann meinem Chef vortrage: Ich möchte meine Arbeitszeit auf 70 % reduzieren. Es geht wieder einmal um die ewige Balance zwischen Zeit haben UND Geld haben. Das Geld wird irgendwann auch über den Internethandel auf ebay kommen, aber Zeit kann ich in so einem Beruf als reisender Berater nur gewinnen, indem ich weniger arbeite. Mein Chef merkt zum Glück, dass ich es ernst meine und sagt „Bevor Sie ganz gehen, lieber so“. Und so muss ich seit 1.1.2005 nur noch abwechselnd einmal 3 Tage und einmal 4 Tage die Woche arbeiten. Das Gute daran: Der Staat bestraft ja diejenigen, die viel verdienen, bei mir läuft die Steuerprogression jetzt anders herum! Mit 70 % Arbeitszeit habe ich immer noch über 80 % meines Nettogehalts. Schlechtes Gewissen? Bei der Misswirtschaft in unserem Land Fehlanzeige!

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Rückblick 2003 die erste – Geldquelle 1 versiegt, Handlungsbedarf

Im Frühjahr 2003 wird dann das Gemurre in der Firma immer lauter. Es kann eigentlich nicht angehen, dass die Berater mit dem Auto durch die halbe Republik fahren, nur wegen dem Kilometergeld. Schluß damit, sagt der Chef. Und hilft uns damit bei der Grundsteinlegung für unser zweites Standbein. Jammern nützt nichts, Chef ist Chef, neue Ideen müssen also her. Und die finden sich wie immer ganz spontan und aus purem Zufall (jedenfalls wenn man an Zufälle glaubt). Wir haben uns gerade einige Computer- CDs mit Software zum Sprachenlernen für die Reise gekauft. Die sind bei uns ziemlich teuer und in anderen Ländern ziemlich günstig. Wie so viele andere Waren auch, denn wir Deutschen werden ja meistens kräftig verarscht und merken es meistens nicht. Weil wir nie über den Tellerrand blicken. Und so bestellen wir ein paar mehr CDs und verkaufen Sie bei ebay. Kaufen und verkaufen, alles vom PC zu Hause, die moderne Welt macht’s möglich. Ein Gewerbe ist noch von früher angemeldet und so geht’s weiter. Wie wir bald merken: ebay geht ab wie Sau! Wir haben eine Lücke gefunden, in der sich (noch) wenige tummeln. Und so beginnt das Prinzip, dass sich über die Jahre erhalten hat: Erstjob zur Finanzierung des Lebens hier, Internethandel zur Finanzierung der Reise.

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Rückblick 2002 die dritte – Wie so einen Plan umsetzen und finanzieren ?

Nun wird schnell klar: Wer A sagt, sagt auch B (muss er eigentlich gar nicht, tut es aber meistens automatisch). Eine allererste Hochrechnung ergibt, dass es 2008 soweit sein könnte, zur Olympiade in Peking könnten wir dann quasi mit unserem Gran Hermano beim Olympiastadion vorfahren. Dazu muss er nur noch einen Kofferaufbau bekommen, der bewohnbar ist, dann sparen wir etwas Geld und los geht’s. Oder auch nicht ? Die ewige Balance zwischen Zeit haben UND Geld haben. Ich bin Berater für Finanz- Software im SAP Umfeld, und das 5 Tage die Woche. Ab jetzt fahre ich mit meinem alten Daimler 190D quer durch die Republik zu meinen Kunden anstatt zu fliegen. Ich bin einer der wenigen, die keinen Firmenwagen genommen haben, das steuerfreie Kilometergeld nehme ich gerne mit. Der alte Daimler hat 1300 Euro gekostet, soviel fährt er jetzt jeden Monat ein. Zusätzlich zum Gehalt! Doch Zeit, um unseren Gran Hermano reisetauglich zu machen, habe ich nicht. Das stört mich jedoch nicht, es ist ja noch lange hin bis 2008. Erstmal Geld sparen, das dauert sowieso länger als Auto ausbauen. Mit einem nicht abbezahlten Haus und einer Tochter, die Unterhalt bezieht, ist es nicht damit getan, nur die Reise zu finanzieren, auch zu Hause laufen die Kosten weiter, während man unterwegs ist. Und die sind mindestens genauso hoch wie die Kosten der Reise selber. Nix mit Auto verkaufen, alles kündigen und nächsten Monat losfahren, so wie früher. Da muss man schon besser planen.

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